Königshof Nikolausgraffitti

Am sechsten Dezember – ja, es war kalt! – war den ganzen Tag eine Wand des Hotels Königshof am Bonner Rheinufer für jeden Sprayer freigegeben, der sich und seine Kunst dort verewigen wollte. Bereits am recht jungen Morgen begannen die Vorbereitungen. Ein Gerüst wurde errichtet und für die Teilnehmer, die die Stadt eingeladen hatte, entstand ein Verpflegungszelt mit Suppe und warmen Getränken. Parallel dazu erschienen die “Graffittologen” allein oder mit Unterstützung, um den Ort des Geschehens in Augenschein zu nehmen und sich mit der Umgebung vertraut zu machen.

Der interessierte Betrachter sah die unterschiedlichen Herangehensweisen, mal ging es sofort los, ob spontan, oder lange geplant und schon oft realisiert, müssten die Akteure beantworten können. Andere nahmen individuell sehr unterschiedlich, mal sinnierend, mal Bier trinkend den Atelierort in Besitz. Es gibt Vorstellungen, bei denen sich Sprayer ganz individuell und kreativ alleine mit sich beschäftigen, während gleichwohl zu betrachten war, dass einige Artefakte nach und in Folge intensiver Diskussion und Kooperation inner- und ausserhalb der Künstlergruppen, auch assistiert von passierenden Spaziergängern oder Radfahrern entstehen.

Jedem Schaffensprozess hatte das städtische Kulturamt eine feste Zeit zugeordnet, was den Zuschauern ein reges Treiben, sehr unterschiedliche Unterstützungsmusik und-aktivität darbrachte. Als hätte es sich herumgesprochen, wurde die Zahl der Schaulustigen auch immer grösser und es entwickelte sich ein kühles (kaltes!!) Volksfestgeschen, das zu betrachten eine grosse Freude sein konnte.

Und auch nach einem Monat ist es immer eine interessante Graffittischau, die sich dem Rhein und allen Passanten präsentiert.

2 Kommentare

  • lautsprechermg

    Coole Fotos aus Bonn, pressf1x! Hattest Du die Chance mit Sprayern zu sprechen? Kaum mehr eine Stadt, die keine legalen Sprayer-Flächen anbietet. Schätze bloß, dass es für Mensches aus der Szene zum eigenen Selbstbild dazu gehört “kriminell” zu sein und den öffentlichen Raum alternativ zu gestalten. Einige begeben sich dafür ja bewusst in Lebensgefahr.

  • faroukmartini

    Klasse Beitrag und super Fotos! 🙂

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