Rheinhochwasser

Donnerstag Nachmittag, Blauer Himmel, Sonne, … also nichts wie ‘raus, Kamera mitnehmen und ab an den Rhein, “Hochwasser kucken”!

Mit dem Auto sind es nur wenige Minuten bis zum Rheinufer bei der berühmt berüchtigten Opernbaustelle. Ein Parkplatz findet sich rasch, dann den Rollstuhl ausgeklappt, die Kamera umgehängt und schon bald sind die ersten Bilder der bis zur Hälfte überfluteten Zufahrt zum Wasser gemacht. Der Rhein steht bis an den Uferweg, hat etliche ziemlich grosse, aber nicht wirklich tiefe Pfützen hinterlassen. Kinder mit Gummistiefeln tapsen hindurch und ich bekomme feuchte Hände von den Handrädern, mit denen ich meinen “Drittwagen” fahre. Hier liegt auch die “Rheinprinzessin” an ihrem Anlieger, mit der jetzt aber keine Ausflugsfahrten angeboten werden.

Die Promenade ist gut bevölkert, Spaziergänger, Radfahrer und ich nutzen das gute Wetter für ein Hochwasser “sight seeing”, andere Menschen jeden Alters sitzen auf Bänken oder den steinernen Ufermauern, betrachten das Wasser und den sehr dürftigen Schiffsverkehr oder unterhalten sich, werfen Stöcke für Hunde, machen Fotos, essen ‘ne Wurst oder prosten sich zu. Es herrscht eine entspannte, fast freudige Freizeit- und Wochenendathmosphäre.

Natürlich sind auch die Menschen, die das Gleiche tun, nicht gleich. Da ist die konzentriert radelnde Mutter mit ihrem “Fratz auf dem Kinderrad”, dem sie permanent Tips, Ratschläge und Anweisungen – “pass’ auf die Pfütze auf” – mehr oder weniger gut nicht nur für das Kind hörbar, ansagt oder zubrüllt, genau so, wie der oder die rasant überholende Rennradler*in. Die zahlreichen Waserlachen werden auch, zu Teil wirklich sehenswert, kunstvoll akrobatisch oder eben “irgendwie” passiert von Kunststücke präsentierenden oder einfach radfahrenden Mountainbiker*innen.

Ich fahre weiter auf dem Weg am Ufer, vorbei an Bäumen mit vom Wasser umschlossenen Stämmen, die sich malerisch im bewegten Wasser spiegeln, sehe etwa in Flussmitte ein grün und weiss lackiertes Rohr mit spitzem Hut hervorstehen, das vielleicht eine Markierung der Fahrrinne sein könnte, jetzt gut zwei Meter aus dem Fluss ragt und auf mich ziemlich nutzlos wirkt.

Auf meinem Weg mache ich Aufnahmen von zahlreichen Spiegelungen im Wasser, versuche immer wieder, die Bewegung des Wassers festzuhalten, fotografiere ein sich scheinbar im Rhein verlierendes Ufergeländer und bin angetan von den vielen Bildern, die das Zusammenspiel von Licht, unterschiedlichen Spiegelungen und scheinbar dem Fluss entwachsenden Baumkronen, Ästen und Zweigen hervorbringt.

Nach zwei Stunden bekomme ich nasskalte Hände und begebe mich zurück. Vielleicht morgen noch Mal.

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